Consul General
AmCham Neujahrsempfang
Generalkonsul Eric Nelson
München, 23. Januar 2007
Es gilt das gesprochene Wort.
Stürmisch hat es angefangen – das Neue Jahr. Kyrill hat uns alle ordentlich durchgepustet.
Statt eines lauen Lüfterls gab es heftige Turbulenzen.
Einige glaubten, von etwas Wind bekommen zu haben.
Einige hofften, dass sich der Wind dreht.
Einige Staatsminister spürten plötzlich kräftigen Aufwind.
Herr Staatssekretär Spitzner, Herr von Sydow, liebe AmCham Mitglieder, meine Damen und Herren!
Ich wiederhole es nur allzu gerne und kann es gar nicht oft genug hören: Die bayerisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind exzellent.
Die Vereinigten Staaten sind der größte Handelspartner Bayerns und einer der größten Investoren in Bayern. Und Sie alle hier sind Teil dieser beispiellosen transatlantischen Partnerschaft, einer überaus bemerkenswerten Erfolgsgeschichte.
In Bayern mögen zwar die Uhren anders gehen, für Wirtschaftsunternehmen weht der Wind aber immer aus einer günstigen Richtung. Der Standort Bayern ist schon seit Jahren fruchtbarer Nährboden für amerikanische Unternehmer und Investoren.
München ist auch führender internationaler Messestandort. Messen sind ideale Plattformen, um frischen Wind in Geschäftsbeziehungen zu bringen.
Auf vielen internationalen Messen in Deutschland arbeiten die US-Aussteller eng mit dem US-Commercial Service zusammen. Dabei ist der-zeit eines unserer Hauptanliegen der verbesserte Schutz geistigen Eigentums. Wichtigstes Instrument zum Schutz geistigen Eigentums ist das „Stop Fakes Programm“ des US-Handelsministeriums. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Bush setzen sich gemeinsam für den verbesserten Schutz geistigen Eigentums ein.
Dies wird gerade im Jahr 2007 – im Jahr der deutschen EU-Präsidentschaft – von besonderer Bedeutung sein. Für US-Firmen ist der geplante verbesserte Schutz geistigen Eigentums ein ausgesprochen positives Signal – ein weiteres Plus für den Standort Deutschland.
Im Frühjahr 2007 freuen wir uns auf einen Besuch von Staatsminister Huber in Kalifornien. Kalifornien ist wegweisend im Bereich public-private partnerships und in der Entwicklung von Zukunftstechnologien. Kein Wunder also, dass Audi in Palo Alto an innovativen Technologien forscht. Kein Wunder auch, dass sich Bayern und Kalifornien schon vor einigen Jahren zu Partnerregionen zusammengeschlossen haben. Schließlich hat Bayern mit dem Hochschul- und Forschungszentrum Garching ein attraktives Gegenstück zu Silicon Valley zu bieten. Die hervorragende Infra-struktur sowie die einmalige Kombination von Forschungsinstituten und Universität machen Garching besonders attraktiv. Deshalb eröffnete General Electric hier sein europäisches Forschungszentrum – a global player is doing global research in Garching.
General Electric - aber auch andere US-Firmen - forschen und investieren auch intensiv im Bereich des Umweltschutzes. US-Firmen setzen sich derzeit verstärkt und ganz pragmatisch für mehr Klimaschutz ein. Präsident Bush trägt diesen Anregungen aus der amerikanischen Industrie Rechnung. So wird er in seiner heutigen Rede zur Lage der Nation eine Neuorientierung in der Klimapolitik ankündigen. In der Pressekonferenz nach dem Besuch von Kanzlerin Merkel in Washington vor zwei Wochen betonte Präsident Bush: „Wir müssen… uns auf die technologischen Entwicklungen … konzentrieren, die es uns ermöglichen, erfolgreichen Umweltschutz durchzuführen.“ So bringen Wirtschaft und Politik frischen Wind in die Klimaschutzdebatte.
Das sind nur einige Beispiele erfolgreicher Partnerschaften und Initiativen – zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, zwischen public und private.
Business und Diplomatie haben vieles gemeinsam.
Sie und ich - wir sind Handlungsreisende: Sie in Sachen Business, ich in Sachen Diplomatie.
Sie als Unternehmer fungieren auch als Botschafter Ihres Landes. Sie werben im Ausland für Ihr Land.
Ich als Diplomat fungiere auch als Geschäftsmann. Ich verkaufe das Produkt Amerika.
Wir beide sind gleichermaßen in Sachen bayerisch-amerikanische Beziehungen unterwegs. Wir pflegen Kontakte. Wir gewinnen neue Kunden.
We are partners in promotion. We are partners in progress.
Sie, liebe AmCham Mitglieder, sind sturmerprobt. Sie wussten schon immer, woher der Wind weht.
Kyrill hat uns Turbulenzen gebracht. Nutzen wir sie. Gemeinsam können wir sie in Windenergie umwandeln – ganz ökologisch korrekt.
Apropos Wind: Jetzt hoffe ich nur noch auf einen Beifallssturm.
Ich danke Ihnen.


