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Consul General

Magnolienball
Generalkonsul Eric Nelson

München, 14. Februar 2007
Es gilt das gesprochene Wort

Narrenkappe oder Büttenrede?

Das war die Frage, die sich mir bei der Vorbereitung auf diesen Ball stellte.
Als “Zuagroaster” habe ich mich erst einmal informiert.
Narrenkappe - was ist das denn? Eine bunte Kappe mit zickzackförmigen Spitzen – im Mittelalter auch “Gugel” genannt.

Gugel? Das habe ich doch schon mal irgendwo gehört. Hat man denn in “old Europe”  schon im Mittelalter ge-“googled”?

Eine bunte Kappe? Nein, das schickt sich nicht für einen eleganten Schwarz-Weiß-Ball. Außerdem stammte die Idee für eine Narrenkappe von einem preußischen Generalmajor.
A Preiß!!

Na gut, dann eben die Büttenrede.

Reim oder nicht Reim – das ist hier die Frage. Außer “helau” und “weißblau” fiel mir zum Thema Fasching nichts ein. “Helau” in Bayern –  des passt scho glei gar net.

Aber halt!  Eine Büttenrede soll immer Bezug auf aktuelle politische Ereignisse nehmen.
Da lacht das Herz des Diplomaten!
Bei diesem Ambiente hier fällt mir dieser Bezug auch gar nicht so schwer.

Frau Staatsministerin Stewens, liebe Frau Modersohn-Sprung, liebe Frau Toor, Frau Kunold, liebe Ballgäste!

Botschafter Timken und Frau Timken schicken Ihnen ihre herzlichsten Grüße. Ehrlich gesagt, bin ich sehr froh, dass er andere Termine wahrnehmen muss. Bei solchen Gelegenheiten vertrete ich meinen Chef ganz besonders gerne.

Letztes Wochenende war der Bayerische Hof sozusagen unser Zweitbüro. Hier war die “Crème de la Crème” der Sicherheitsexperten und Politiker zu Gast.  Globale Herausforderungen waren das Thema der Sicherheitskonferenz – und die Verantwortung, die wir alle haben, diese Herausforderungen anzunehmen und Lösungen zu finden. 

Woran die Politik noch arbeitet, das praktiziert der Deutsch-Amerikanische Frauenclub schon lange.

Verständnis füreinander schafft gegenseitiges Vertrauen.
Vertrauen füreinander baut transatlantische Brücken.

Dies hatte der Deutsch-Amerikanische Frauenclub bereits 1950 erkannt: 
Seit diesem Jahr – also  mitten in der Zeit des Kalten Krieges – gibt es diesen traditionsreichen “Blumenball”  in München.

Ein Konferenzteilnehmer wollte letztes Wochenende partout einen neuen “cold war” herbeireden.

Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates betonte jedoch: “One cold war was quite enough.”

Das klingt wie ein Motto, das sich Organisationen wie der Deutsch-Amerikanische Frauenclub auf die Fahnen geschrieben haben.

Er unterstützt mit großem finanziellen Einsatz vor allem Austauschprogramme für junge Menschen. Diese sind von unschätzbarer Bedeutung für gegenseitige Toleranz und ein entspanntes Miteinander.

Nur so können wir gemeinsam erreichen, dass der Kalte Krieg ein abgeschlossenes Kapitel in Geschichtsbüchern bleibt.

Austauschprogramme für junge Menschen sind “best practices” - Erfolgsgarantie inklusive. Das bekräftigt auch unsere Außenministerin Condoleezza Rice:

“We believe that travel and people-to-people exchanges can be utterly transformative.  Partners in international exchange programs, Americans and foreigners alike, time and time again describe their lives as being forever changed by their experiences. “

Wer glaubt, der Magnolienball sei einfach nur ein weiteres Highlight für Schickimickis, der täuscht sich.  War der Bayerische Hof gerade noch politisches Parkett für erstklassige Sicherheitsexperten, so ist er heute Abend in erster Linie glanzvolles Tanzparkett für Sie als erstklassige Botschafter der Völkerverständigung.

Bilaterale Gespräche waren ein wichtiges Element der Sicherheitskonferenz. Persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht machen naturgemäß nicht so viele Schlagzeilen. 

Sie bringen aber viel frischen Wind in zwischenstaatliche und zwischenmenschliche Beziehungen.

Sie fördern Verständnis und Toleranz und sorgen so für Fortschritt.

Das gilt gleichermaßen für die hohe Politik wie für die Basispolitik, die Sie in den deutsch-amerikanischen Clubs so erfolgreich betreiben.

Für all diejenigen, die - wie Sie - so begeistert daran arbeiten, ist jetzt ein Tusch angebracht.

Tätä- tätä- tätä

 

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