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CONSUL GENERAL

Fourth of July Remarks
Generalkonsul Eric Nelson

München, 8. Juli 2008
Es gilt das gesprochene Wort

 

Frau Ministerin,
Liebe Festgäste, dear fellow citizens:

Eine "Fourth of July"-Feier am achten Juli?
Wo gibt’s denn so was?
Ja mei, in Bayern halt.

In Bayern gehen eben die Uhren anders.
Kein Geringerer als Willy Brandt prägte diesen Satz.
Ja mei, die Berliner!

Die Bayern antworten ganz selbstbewusst darauf:
"Stimmt, bei uns gehen die Uhren anders – aber richtig."

Deswegen sind Sie alle, liebe Gäste, auch hier bei uns heute ganz richtig.

Herzlich willkommen bei unserer Geburtstagsfeier.
Wir feiern heute unsere amerikanischen Grundwerte:
Freiheit, Demokratie, Chancengleichheit.
Das sind Grundwerte, für die auch Deutschland steht.
Grundwerte, die unsere beiden Länder verbinden.


Besonders ausgiebig wurde unser Geburtstag dieses Jahr in Berlin gefeiert.
Am vierten Juli wurde die neu gebaute US-Botschaft am Pariser Platz mit einer offiziellen Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben.
Wir haben Teile des Berliner Festprogramms für Sie aufgezeichnet.
Auf Fernsehschirmen im Foyer und draußen bei den Säulen am Gong können Sie also auch bei uns ein wenig nasse "Berliner Luft" schnuppern. So können Sie live -- na ja, fast live -- dabei sein.

Die neue Botschaft wurde trotz aller Schwierigkeiten und Bedenken direkt im Herzen der Hauptstadt gebaut. Wir sind an den historischen Platz am Brandenburger Tor zurückgekehrt.
Während der langen Jahre des Kalten Kriegs war das Brandenburger Tor ein Symbol der Teilung.
Heute ist es ein Symbol der Einheit und Stärke
für Deutschland, Europa und die Welt.

Botschafter Timken und seine Vorgänger beharrten auf dem Standort im Herzen Deutschlands,
im Herzen Berlins.
Näher kann man der Mitte Deutschlands nicht sein.
Dieser Standort ist ein wichtiges Symbol der Unterstützung Amerikas für ein wiedervereintes Deutschland.
Ein wichtiges Symbol für die Einzigartigkeit der deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice betonte kürzlich bei ihrem Besuch in Berlin:
Berlin sei ein Symbol dafür, dass die Freiheit in den Herzen der Menschen niemals stirbt. Ich zitiere:
"...when there are difficult times in the Middle East, in Afghanistan or Iraq, or anyplace else on the globe where people are seeking freedom and where people are determined to take hold of their God given liberties, it’s good to come to a place like this [Berlin]
and remember that freedom doesn’t die easily, that, in fact, it continues to live in the hearts of men and women, and that it can be for a while delayed, but it can never be fully denied." 
Wie vor 50 Jahren arbeiten Deutschland und Amerika heute wieder zusammen  an einem Wiederaufbau -- am Wiederaufbau Afghanistan. Das freut mich sehr.

Berlin ist das beste Beispiel für unseren Glauben an die Freiheit.
Die Deutschen haben jahrzehntelang ausgeharrt und fest auf die Freiheit Berlins vertraut.
 

Alle Aufmerksamkeit war also dieses Jahr auf Berlin gerichtet.
Wir in Bayern tragen das mit Würde.
Schließlich feiert dieses Jahr auch unser Konsulat hier in Bayern ein ganz besonderes Jubiläum.

Vor 50 Jahren haben wir unser Zuhause hier an der Königinstraße bezogen.
Seit der Eröffnung des ersten Konsulats in München im Jahr 1832 sind wir -- sage und schreibe -- 23 Mal umgezogen.
Na ja, als Amerikaner ist man ja mobil.

Sie kennen doch sicher die drei wichtigsten Kriterien bei Immobilien: Location, location, location.
Wir haben mit diesem Filetstück hier ganz gewiss das große Los gezogen:
Direkt am Englischen Garten, den übrigens ein Amerikaner im 18. Jahrhundert geschaffen hat, und in direkter Nachbarschaft zur Bayerischen Staatskanzlei.

Näher kann man der Mitte Münchens nicht sein.
Dieser Standort ist ein Symbol für die Einzigartigkeit der bayrisch-amerikanischen Beziehungen.
In Zukunft wollen wir den Englischen Garten noch ein wenig näher zu uns herüber wachsen lassen.
Ganz nach dem Motto: Weniger Asphalt, mehr Grün.


Vor 50 Jahren entwarf der bekannte bayrische Architekt Sep Ruf  zusammen mit dem amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill unser Gebäude.  Unser Konsulatsgebäude war damals vor 50 Jahren ein sehr umstrittener Bau.
Die Münchner hatten was zum "Granteln."
Aber wer die Münchner kennt, weiß:
Das ist ein ausgesprochen gutes Zeichen:
Wenn der Münchner grantelt, dann passt’s schon.


Meine Damen und Herren:
Offen und transparent hatte Sep Ruf unser Gebäude konzipiert.
Es sollte in Europa amerikanische Werte verkörpern.
Heute gilt es in Fachkreisen als architektonischer Meilenstein und steht seit 1999 unter Denkmalschutz.

Damals, in den Fünfzigerjahren, gab es natürlich für diplomatische Vertretungen so gut wie keine Sicherheitsbestimmungen.
Heute ist unser Gebäude nicht mehr so leicht zugänglich.
Die Zeiten haben sich geändert. Deshalb gehen wir andere Wege, um Menschen zu erreichen.
Wir arbeiten mit Blogs, Videokonferenzen, Web-Seminaren und Online Networks, and even home delivery of passports.
So erreichen wir viel mehr Menschen in ganz Bayern, die zudem viel teures Benzin sparen und auch die Umwelt entlasten.

Zu unserem Jubiläum haben wir auch ganz traditionell einige Fotos, Anekdoten, Zitate und wichtige Momentaufnahmen der letzten 50 Jahre zusammengestellt. Auf unseren Schau-Tafeln im Foyer können Sie in 50 Jahre bayrisch-amerikanische Beziehungen eintauchen.


Űbrigens, sollten Sie selbst auch noch
eine Geschichte,
ein Foto
oder eine Anekdote
zu diesem Thema aus den letzten 50 Jahren haben, dann:
Nix wie her damit!
Egal, ob per Brief, Fax oder Email.
Wer weiß, vielleicht finden Sie ja Ihre ganz persönliche bayrisch-amerikanische Erinnerung schon bald im Internet!
Die schönste Geschichte werden wir mit einem kleinen Preis honorieren.

Liebe Gäste, die bayrisch-amerikanische Partnerschaft funktioniert prächtig. Vor allem unsere Wirtschaftsbeziehungen spielen dabei
eine ganz wesentliche Rolle.
Lieber Willy Brandt, hier gehen die Uhren in Bayern nicht nur richtig, sondern vor.
Ich erwähne es immer wieder gerne:

• Die USA sind Bayerns wichtigster Handelspartner für Exporte und der zweitwichtigste für Importe. Dear fellow Americans, with the exchange rate working in our favor, it is time to return to No. 1 in imports.
• In den USA und in Deutschland haben deutsche und amerikanische Firmen zusammen mehr als 1,2 Millionen Jobs für hoch qualifizierte Arbeitnehmer geschaffen.
Neben den Wirtschaftsbeziehungen sind natürlich die Begegnungen von Mensch zu Mensch der wichtigste Stützpfeiler unserer bayrisch-amerikanischen Zusammenarbeit.
Es muss "menscheln."
Das kann man nicht "outsourcen."

Mit unserer Visumabteilung tragen wir rein logistisch unser Scherflein zur Begegnung von Mensch zu Mensch und zum Verständnis unserer beiden Länder bei. Seit der Eröffnung vor zwei Jahren haben wir über 23. 000 Visa ausgestellt.

Liebe Gäste, dear fellow citizens:
"Today we celebrate together the independence and freedom of our two countries."
Wer so gut zusammenarbeitet, soll schließlich auch zusammen feiern. Genau das wollen wir heute tun. 

Zum Schluss ein "thank you and farewell."
Zwei meiner Abteilungsleiterinnen verlassen uns diesen Sommer nach vier erfolgreichen Jahren:
Lisa Washburn, die Leiterin der Konsularabteilung, und
Patricia Guy, die Leiterin der Abteilung für Őffentlichkeitsarbeit
We wish you happy trails.
Servus, Lisa
Servus, Pat!
Und ein herzliches Grüß Gott für Aaron Hellman, den neuen Chef der Konsularabteilung.
Ich danke Ihnen, meine Damen und Herren.

Frau Ministerin Merk, bitte!

[After Beate Merk’s remarks]

Vielen Dank, Frau Ministerin.

Liebe Gäste:
Last but not least:
Ich möchte jetzt denen danken, die unsere Feier hier überhaupt möglich machen:
Unseren Sponsoren.
Ihnen allen ein ganz herzliches Dankeschön für Ihre großzügige Unterstützung.


Liebe Gäste, genießen Sie die Feier.

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