Consul General
Silbertee des Deutsch-Amerikanischen Frauenclubs
Generalkonsul Eric Nelson
München, 15. November 2006
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Stewens,
sehr geehrte Frau Dr. Merk,
liebe Frau Dr. Modersohn-Sprung,
dear fellow citizens,
liebe Gäste:
Vernunft und Tugend: Dies sind die Themen der Bilder und Skulpturen in diesem prächtigen Saal.
Vernunft lassen Sie bitte walten, wenn Sie nachher ans Büffet gehen!
Unvernunft hingegen, wenn Sie Ihre Spende in die silberne Schale werfen!
In Schale geworfen haben auch Sie alle sich heute – wie es eben gute Tradition ist bei dieser Benefizveranstaltung. Schließlich will man sich nicht lumpen lassen, wenn man “bei Königs” im Kaisersaal eingeladen ist.
Die Bayerische Staatsregierung stellt dem Deutsch-Amerikanischen Frauenclub seit einigen Jahren für den Silbertee einen der schönsten Festsäle der Residenz zur Verfügung. Unser Schirmherr ist Ministerpräsident Stoiber höchstpersönlich - heute bestens vertreten durch Frau Staatsministerin Stewens und Frau Staatsministerin Merk.
Für diese Veranstaltung polieren seit fast sechzig Jahren die Clubmitglieder – aber auch wir vom US-Konsulat - alljährlich das Familiensilber auf Hochglanz.
Da muss halt einfach alles glänzen und blitzen. Max der Erste, der diesen Saal bauen ließ, hätte seine wahre Freude an dieser Pracht.
Damals brachten Hoflieferanten erlesene Köstlichkeiten aus aller Welt in die Residenz. Heute sind Sie, liebe Clubmitglieder, unsere “königlich bayerisch-amerikanischen Hoflieferanten.” Ich lasse prüfend meinen Blick schweifen: Ja, diese üppige Tafel kann durchaus einem König zum Wohlgefallen gereichen. Prunk, Pracht, Prominenz - wahrlich ein festlicher Rahmen!
Was die heutige Veranstaltung aber wirklich adelt, ist der gute Zweck. Die Hälfte Ihrer Spenden kommt karitativen Einrichtungen in München zugute. Von der anderen Hälfte profitiert der deutsch-amerikanische Studentenaustausch.
Mein Glückwunsch gilt den beiden jungen Amerikanern hier. Sie sind Studenten an den beiden bayerischen Eliteuniversitäten. Es gibt keine besseren Botschafter der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Der Dialog junger Menschen aus verschiedenen Nationen fördert gegenseitiges Verständnis. Miteinander zu sprechen, relativiert Vorurteile und Klischees. Aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Meine Zeit als Austauschstudent in Deutschland vertiefte meine Kenntnisse über mein Gastland und auch über mein Heimatland.
Einblicke führten zu Einsichten. Die im direkten Kontakt gewonnenen Einsichten wirkten nachhaltig. So nachhaltig, dass sie sogar ausschlag-gebend für meine spätere Berufswahl waren.
Wir alle müssen uns für einen noch intensiveren transatlantischen Austausch stark machen. Möglichst viele junge Leute sollen nach Amerika reisen, um sich selbst ein Bild von unserem Land zu machen. In Fortbildungsseminaren für Lehrer in Bayern ergänzt das US-Konsulat den Lehrplan mit Sprechern aus den
“When you can look a person in the eye as you have a conversation. When you can see the people and the places of foreign countries firsthand, you gain a sense of intimacy and knowledge that does not just come from a phone call or in an email…It breaks down stereotypes and makes people quicker to listen and slower to judge. Travel fosters understanding and builds respect and creates a subtlety of opinion…Open Mind, open World. To put it simply, the knowledge and experience that citizens gain through their private travel is vital for the cause of diplomacy and international understanding in the 21st century.”
Mit diesen Worten hat die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice betont, wie wichtig Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Nationen sind.
Vom “ehrlichen und direkten Dialog zwischen Freunden” hat auch Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem letzten Besuch in
Mit seiner Tradition der Spendenaktionen lebt der Deutsch-Amerikanische Frauenclub eine wunderbare Tugend.
Traditionen zu bewahren, ist eine wahrhaft königliche Tugend. Die Bilderwelt in diesem Prunksaal soll den Betrachter zu Tugend im Denken und Handeln anregen.
Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen. Lassen Sie uns aus dieser schönen Tradition einen Trend machen.
Übrigens: der Trend geht ganz stark zum Spenden.
Einen Anfang gemacht hat der Kaffee-König aus
Bayern muss Preußen toppen!
Liebe Gäste - der Tee wird kalt.
Ich danke Ihnen.


