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CONSUL GENERAL

Besuch der CSU-Landtagsfraktion im Amerika Haus

München, 5. Dezember 2007
Es gilt das gesprochene Wort

CSU - die Partei, die das schöne Bayern erfunden hat.
Liebe Erfinder, Gratulation und herzlich willkommen,

Sie sollten sich den Freistaat Bayern möglichst bald patentieren lassen – ehe man in Preußen auf die Idee kommt, eine Raubkopie zu brennen.

Als ich im August 2006 nach Bayern kam, wusste ich:
Hier gfällts mir, hier bleib ich.
• Spitzenprodukt
• Spitzenposition
• Spitzenpotential
Für mich als Diplomat ist klar:
Das Dream Team Bayern-Amerika muss Champion bleiben.

Seit meinem Amtsantritt habe ich in ganz Bayern für die bayerisch-amerikanische Partnerschaft geworben. Dabei habe ich viel von Bayern “erfahren” – genau genommen  30.000 Kilometer, von Aschaffenburg bis Passau, von Hof bis Lindau. Diplomatie funktioniert nicht über das Telefon – you have to be out there.
Im kommenden Jahr möchte ich die bayerisch-amerikanische Zusammenarbeit vor allem in den folgenden drei Bereichen intensivieren:
• Klimaschutz und Energiepolitik
• Sicherheitsfragen
• Erfahrungsaustausch und persönliche Begegnungen

Klimaschutz hat auf beiden Seiten des Atlantik höchste Priorität. Dabei schließen sich Őkonomie und Őkologie keineswegs aus.
Klimaschutz braucht die Wirtschaft.
Die Wirtschaft braucht den Klimaschutz.
Die bayerisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind exzellent. Amerika ist Bayerns größter Handelspartner beim Export und der zweitgrößte beim Import.
Die USA sind der größte ausländische Investor in Bayern, mit etwa 700 hier ansässigen amerikanischen Firmen.

Also alles bestens? Ja schon, aber wie wir auf Englisch sagen: There is always room for improvement.
Oder auf bayrisch: A bisserl was geht immer.

Gerade in Wirtschaftsbereichen wie Klimaschutz und Energietechnologie lassen sich noch weitere transatlantische Märkte erschließen und ausbauen.
Bayern hat auch hier - wie so oft - wieder einmal die Nase vorn. 
Auf jeder bayrischen Wiese stehen 300 Liter Heizöl. Das ist die Energie, die eine bayrische Kuh pro Jahr produziert.  Ich habe vor kurzem eine Biogasanlage besucht und gesehen, wie aus Kuhmist umweltfreundliche Energie entsteht. Genial!
Leider können wir auf dem Konsulatsgelände keine Kuh halten. Aber wir planen derzeit den Bau einer umweltfreundlichen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Konsulats. So wollen wir unseren ganz persönlichen Beitrag zur Klimadebatte leisten. Kleinvieh macht auch Mist!
Die Vereinigten Staaten verfolgen bei Klimawandel, Energieeffizienz und Energiesicherheit drei effektive Strategien:
Bindende Vorschriften
Freiwillige Verpflichtungen
Innovative Anreize
Bayern setzt beim Umweltpakt zwischen der Staatsregierung und der Wirtschaft auf die folgenden drei Stützpfeiler:
Freiwilligkeit
Eigenverantwortung
Kooperation.

Die Herausforderung für uns alle heißt:
Wir brauchen mehr Energiequellen.
Wir brauchen andere - alternative - Energiequellen.
Energiequellen, die sauberer, verlässlicher und erschwinglicher sind.
Wie schaffen wir das? Die Lösung heißt: Nachhaltige Investitionen.
In den Vereinigten Staaten und in Deutschland forschen Wissenschaftler intensiv an neuen Energiequellen und Produktionsmethoden. Finanziert wird dies von den Regierungen, aber auch in großem Umfang vom Privatsektor.
Umweltschutz und Wirtschaftswachstum müssen sich keineswegs gegenseitig ausschließen.

Der zweite wichtige Bereich der exzellenten bayerisch-amerikanischen Partnerschaft ist die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen. Die US Army baut zur Zeit in der Oberpfalz ihre größte europäische Militärbasis auf. Dann werden 60.000 US-Soldaten und ihre Familien in Bayern eine zweite Heimat haben. Das ist für die Region ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Mit den Militärstützpunkten in der Oberpfalz und in Franken schafft Amerika Tausende von Arbeitsplätzen. Die U.S. Army ist damit der fünftgrößte Arbeitgeber in Bayern. Der Truppenübungsplatz Hohenfels ist einer der größten Ausbildungsstätten der US-Armee in der Welt. Dort werden US-Soldaten sowie Soldaten multinationaler Einheiten unter realistischen Bedingungen in Manövern auf die verschiedensten Einsätze vorbereitet. Gerade jetzt -- vom 1. bis 15. Dezember -- führen US-Soldaten mit 180 russischen Soldaten in Hohenfels und Grafenwöhr Truppenübungen durch.  Die russisch-amerikanische Torgau-Übung dient dem Training gemeinsamer Friedensoperationen. Der Freistaat ist für uns also auch weiterhin ein verlässlicher Partner in unserem gemeinsamen Kampf für Freiheit und Demokratie.

Bayern nimmt auch bei der internationalen Kooperation in  Sicherheitsfragen eine Spitzenposition ein. Bei der jährlichen Sicherheitskonferenz steht München im Mittelpunkt einer transatlantischen Sicherheitsstrategie. Die starke
US-Delegation bei dieser Konferenz wird wie jedes Jahr auch im kommenden Februar von hochrangigen Kabinettsmitgliedern und Kongressabgeordneten angeführt.

Wie gut die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Amerika auf Regierungsebene funktioniert, kann Botschafter Timken bestätigen. Er hatte im letzten Monat die Ehre, Kanzlerin Merkel bei ihrem Besuch auf der Ranch von Präsident Bush in Crawford in Texas zu begleiten. 

Die Partnerschaft zwischen zwei Ländern beschränkt sich natürlich nicht nur auf Regierungsebene.
Es muss auch “menscheln.”
Damit kommen wir zum dritten Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit: Erfahrungsaustausch und persönliche Kontakte
Um dies zu fördern, unterstützen wir mit verschiedenen Austauschprogrammen bayerisch-amerikanische Begegnungen von Mensch zu Mensch. 
Unsere Visumabteilung, die wir letztes Jahr hier in München eröffnet haben, erleichtert das gegenseitige Kennenlernen. Sie ermöglicht immer mehr Besuchern aus Bayern den Flug über den großen Teich. In einem Jahr haben wir fast 5000 Visa für Studenten und Austauschbesucher ausgestellt. Hinzu kommen noch einmal etwa 10.000 Visa für Geschäftsleute, Orchestermusiker, Sportler, Journalisten und Künstler. Sie alle sind “citizen diplomats” im besten Sinn des Wortes.

Für meine Landsleute steht Bayern auch als Tourismusziel ganz oben auf der Beliebtheits-Skala. In München stellen die Amerikaner immer noch die größte ausländische Besuchergruppe dar. Mehr als 200.000 Touristen aus den USA kamen in den ersten acht Monaten des Jahres 2007 nach München. Das entspricht einem Plus von 5,4 Prozent. Und das, obwohl der Dollarkurs für uns Amerikaner momentan nicht gerade günstig ist.
In Bayern leben 40.000 Zivil-Amerikaner. Bayern ist halt ein amerikanischer Traum.
Unsere Konsularabteilung stellt jedes Jahr 5000 neue Pässe aus. 500 Babys amerikanischer Eltern werden jährlich hier geboren. Für Nachhaltigkeit ist also gesorgt.  

Genug der Zahlen?
Eine Zusatz-Zahl fehlt noch. 15 Millionen amerikanische Soldaten lebten seit Kriegsende in Deutschland - viele von ihnen hier in Bayern.  Sie waren exzellente Vertreter ihres Heimatlandes Amerika. Viele Menschen in Bayern haben noch heute sehr warmherzige Erinnerungen an ihre ersten Begegnungen mit “echten Amis.” Heute sind viel weniger Soldaten hier in Bayern. Dafür gibt es umso mehr amerikanische Geschäftsleute und Berufstätige.

Ministerpräsident Beckstein sagte kürzlich, dass der “Freistaat Deutschlands Gründer- und Unternehmerland
Nr. 1” ist.
Bayern ist eben ein idealer Standort für Unternehmen und die Familien der Angestellten.  Deshalb ist die Unterstützung der internationalen Schulen durch die bayerische Regierung eine Investition, die sich auszahlt.
Eine Investition, die Zukunft hat.
München steht auf der Liste der attraktivsten Städte der Welt ganz oben.
Auf Neu-Bayrisch heißt das: München ist eine “top location”.
Internationale Schulen wie die
“Munich International School” in Starnberg,
die “Bavarian International School” in Haimhausen
und die “Franconian International School” in Erlangen
machen München und Bayern noch attraktiver.
Die “Bavarian International School” wurde vor 12 Jahren gegründet.
Raten Sie mal, wie viele internationale Firmen die Kinder ihrer Mitarbeiter in der “Bavarian International School” anmelden?
Es sind sage und schreibe 85!  
Viele dieser Firmen haben sich auch deshalb für den Standort Bayern entschieden, weil die internationalen Schulen hier die beste Ausbildung für die Kinder ihrer besten Mitarbeiter gewährleisten.
Wie gesagt, eine Investition, die sich auszahlt.
Eine Investition, die Zukunft hat. 

Liebe Freunde, wir sind heute hier im Amerika Haus zu Gast.
Das Münchner Amerika Haus ist eine Institution, die aus dem Kulturleben der Stadt nicht wegzudenken ist.
Das gleiche gilt für das Deutsch-Amerikanische Institut in Nürnberg.
Die bayerische Regierung unterstützt beide Institutionen mit großzügigen finanziellen Mitteln. Dafür danke ich Ihnen ganz herzlich.
Auch wieder eine Investition, die sich auszahlt.
Eine Investition, die Zukunft hat.
Wir haben hier im Amerika Haus und im DAI Nürnberg die einzigartige Gelegenheit, junge Menschen für Amerika zu interessieren.
Jungen Menschen Amerika näher zu bringen, liegt mir persönlich ganz besonders am Herzen.
Die Jugend von heute hat ein geteiltes Deutschland nie kennengelernt. Ebensowenig kennt sie die vielen Jahre der ausgezeichneten deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit. 
Die Amerika Häuser waren ein äußerst effektives Forum zur Förderung der transatlantischen Beziehungen.
Forum – das ist auch heute bei jungen Leuten in Deutschland und in Amerika angesagt. Sie treffen sich vorzugsweise in Online-Foren.    
Damals vor vielen Jahren radelten die jungen Leute zum Amerika Haus.
Heute surfen sie sich ins Amerika Haus.
Heute erreichen wir die Jugend also nur mit Medien, die “cool” sind. 
Alles, was “hier so läuft”, kann und muss auch per Mausklick auf jedem Desktop in Bayern abrufbar sein.
Wir brauchen nicht nur Lauf-Kundschaft, sondern auch Maus-Kundschaft.  
Das Bayerisch-Amerikanische Zentrum in München und das Deutsch-Amerikanische Institut Nürnberg sind für uns im Konsulat wichtige Multiplikatoren. Deshalb müssen diese Institutionen auch weiterhin finanziell unterstützt werden.
Ich bin zusammen mit den Staatsministern Goppel und Sinner Mitglied im BAZ-Verwaltungsrat. Michael Hinterdobler ist unser wichtigster Ansprechpartner dabei in der Staatskanzlei. 
Ich setze mich mit allen Kräften dafür ein, dass wir alle zusammen die beste Rendite, den besten Gewinn für Ihre Investition in das BAZ erzielen.
Den besten Gewinn für wen?
• Den besten Gewinn für alle bayerischen Schüler.
Sie sollen Zugang zu den Ressourcen der Amerika Haus Bibliothek haben -- vorzugsweise per Mausklick. Bei der Bayerischen Staatsbibliothek hat die Zukunft schon begonnen. In Zusammenarbeit mit Google lässt sie all ihre urheberrechtlich nicht geschützten Bestände digitalisieren. 
• Den besten Gewinn für Studenten und Professoren.
Über die Bayerische Amerika Akademie sollte die Zusammenarbeit zwischen Studenten und Professoren intensiviert werden. Vorträge sollten durch “Video on Demand” und Web Seminars auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.  
• Den besten Gewinn für alle Schüler und Studenten.
Sie sollen Informationen und Beratung über Austauschmöglichkeiten in Amerika erhalten.
• Den besten Gewinn für alle Menschen in Bayern.
Sie sollen die Möglichkeit haben, Diskussionen über die wichtigsten transatlantischen Themen hautnah mitzuerleben. BR-Alpha sendet bereits einige dieser Diskussionen deutschlandweit. Wir hier in Bayern wollen doch alle nicht, dass die wichtigen Diskussionen nach und nach nur mehr in Berlin stattfinden. Berlin hat ja schließlich schon das Aspen Institut, die American Academy und bekommt jetzt auch noch einen Großteil der Quandt-Stiftung. Viele dieser Diskussionen gehören halt  einfach nach Bayern – ganz besonders, wenn wir hier in Bayern Ideen in Taten umgesetzt haben und das auch weiterhin tun wollen. 

Wenn es um deutsch-amerikanische Beziehungen geht, schauen Deutschland und Amerika eindeutig auf Bayern.
Bayern ist sozusagen die Lokomotive der deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Sie, die CSU-ler sind die Lokomotivführer.
Lokomotivführer, die noch nie gestreikt haben.
Lokomotivführer, die die Räder am Laufen halten.

Jetzt zum Schluss noch zu einem brandaktuellen Thema aus den USA:
Sie wollen doch sicher von mir wissen, wer die nächste amerikanische Präsidentschaftswahl gewinnt.  Ich kann es Ihnen schon heute sagen:
Die Demokratie wird gewinnen.
Außerdem kann ich Ihnen vorhersagen: Wie auch immer der Präsident oder die Präsidentin heißen wird:
Die bayerisch-amerikanische Partnerschaft
passt
sitzt
und hat Luft.
Und falls es in der Berliner Luft mit der Großen Koalition mal nicht so klappt – wir hier in München haben schon längst die Lösung. Unsere bayerisch-amerikanische Große Koalition klappt prächtig.
Bayern-Amerika: Ein Dream Team.
Lieber Herr Schmid, wir bedanken uns sehr für die Einladung.
Wir sind gern hier.
Hier gfällts uns, hier bleiben wir.


Wir haben noch ein kleines “Mitnehmsel” für Sie vorbereitet. Sie bekommen von uns eine “wamperte” Informationsmappe  und eine Anstecknadel mit bayerischer und amerikanischer Flagge. Egal ob auf Lederhose oder auf Nadelstreifen -- damit zeigen Sie immer Flagge für das vorbildliche bayerisch-amerikanische Team.

Außerdem bekommen Sie einen Wochenplaner mit amerikanischer Kunst, der Farbe in Ihren Büroalltag bringen soll.
Und damit Sie uns immer schnell erreichen, haben wir auch unsere Visitenkarten in die Mappen gelegt.

Jetzt möchte ich Ihnen noch einige meiner Team-Mitarbeiter vorstellen.  Sie werden sich Ihnen vorstellen, und dann beantworten wir alle gerne Ihre Fragen.

Tom Kelsey, Leiter der Abteilung Politik und Wirtschaft, koordiniert unsere Zusammenarbeit im Bereich Sicherheitsfragen.
 
Isabella Cascarano ist Leiterin unserer Handelsabteilung. Sie und ihre Mitarbeiter helfen amerikanischen Firmen, ein bayerisches Partnerunternehmen zu finden.  Wenn Betriebe in Ihrem Wahlbezirk gerne über den großen Teich expandieren möchten -- bitteschön!

Dr. Lisa Washburn, Leiterin der Konsularabteilung und
Patricia Guy, Leiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, sind beide für Austauschprogramme und Austauschbesucher zuständig. 

Ich danke Ihnen.

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