CONSUL GENERAL
"GAI Nuremberg Reopening"
Generalkonsul Nelson
Nürnberg, 14. September 2007
Es gilt das gesprochene Wort
Herr Staatsminister,
Herr Oberbürgermeister,
lieber Andreas,
verehrte Gäste:
Ein Umzug kostet Mühe.
Ein Umzug kostet Nerven.
Oder wie Benjamin Franklin so treffend sagte:
“Three Removes are as bad as a Fire.”
Das war 1758.
Heute in unserer mobilen Gesellschaft heißt es:
„Seven moves equal a house fire.”
Übrigens, mein Umzug nach Bayern ist mein siebter Umzug. Ich persönlich habe damit das große Los gezogen.
Womit mal wieder bewiesen ist:
Ein Umzug bietet auch reizvolle Chancen.
Ein Umzug bietet Raum für spannende Ideen und neue Impulse.
Vor dem Umzug hat das kleine DAI-Team den Familienrat einberufen. Die Mitarbeiter haben hitzig diskutiert und debattiert:
Was ist wichtig in den neuen Räumen?
Was soll verändert werden?
Wie will sich das DAI in Zukunft präsentieren?
Schnell waren sich die Mitarbeiter einig:
Herzstück des Hauses ist und bleibt die Bibliothek. Immerhin beherbergt sie die größte Sammlung englischsprachiger Medien in Nordbayern. Sie steht allen Amerika-Interessierten offen. Ab sofort ist die Bibliothek schon von draußen einsehbar und macht Passanten neugierig.
So lockt man Laufkundschaft an.
Das ist sozusagen ein Selbstläufer.
Das nennt man auch Werbung zum Nulltarif.
Damit spart man Geld. Wenn man Geld spart, freut das wiederum die Sponsoren und sichert das Űberleben, sagten sich die kreativen DAI-Mitarbeiter.
Genial gedacht - typisch fränkisch eben!
Meine Damen und Herren: Schauen Sie sich um!
Die neuen Räumlichkeiten des Deutsch-Amerikanischen Instituts Nürnberg sind freundlich und einladend.
Echt cool, die Atmo!
Nun gut, das DAI hat jetzt kein eigenes Auditorium mehr im Haus. Aber dafür eröffnen sich ganz andere Perspektiven: Das DAI kann so an verschiedenen Orten - in ganz Franken - gemeinsam mit neuen Partnern interessante Programme anbieten.
Das DAI ist nicht mehr nur vor Ort - in der Gleißbühlstraße 9 - präsent, sondern in ganz Franken.
Wer nicht selbst vorbeischauen kann, kann trotzdem reinschauen:
Das Kulturprogramm des DAI und der Katalog der Bibliothek sind heute weltweit und jederzeit mit einem Mausklick abrufbar.
Zu der visuellen Laufkundschaft kommt also noch eine große virtuelle „Mauskundschaft“.
Das wiederum freut die Statistiker unter den Sponsoren.
Genial gedacht - typisch fränkisch eben!
60 Jahre lang glänzte das DAI Nürnberg mit einem anspruchsvollen Programm und ausgezeichneter Bibliotheksarbeit.
60 Jahre lang lautete die erfolgreiche Devise:
Altbewährt handeln, zukunftsorientiert planen.
Zukunftsorientiert planen: Das heißt damals wie heute für das Deutsch-Amerikanische Institut:
Junge Menschen für Amerika zu interessieren.
Jungen Menschen Amerika näher zu bringen.
Das liegt auch mir persönlich ganz besonders am Herzen.
Deshalb freue ich mich sehr über die „Youth Exchange Fair“, die das DAI am 12. Oktober veranstaltet. Junge Menschen, die an Austauschprogrammen teilgenommen haben, sehen Amerika und sich selbst mit anderen Augen. Nicht selten sprechen sie von einer „life-changing experience“.
Die Austausch- und die anderen Programme des DAI kosten Geld. Und sie brauchen kreative, einsatzfreudige Mitarbeiter.
Als amerikanischer Generalkonsul von Bayern und Franken - wie ich immer wieder stolz betone -, werde ich auch weiterhin nach Kräften unsere „Franconian Connection“ hegen und pflegen.
Zumal die Franken ja jetzt auch in München ganz schwer im Kommen sind! Gell, Herr Beckstein!
Wir vom amerikanischen Konsulat und von der Botschaft in Berlin begrüßen die erfolgreiche „public-private partnership“ des DAI. Dieses Finanzierungs-Konzept hat Zukunft und sichert das Überleben des Hauses auch weiterhin.
Best practices Franconian style!
Die Überlebensfrage stellte sich dem DAI immer wieder in seiner sechzigjährigen Geschichte. Bereits in den Fünfzigerjahren wurden viele Amerika Häuser geschlossen. Der Schwerpunkt der US-Politik hatte sich nach Asien und Afrika verlagert. Auch heute verlagert sich der Schwerpunkt der US-Politik in andere Regionen - in den Mittleren Osten und nach China.
Meine Damen und Herren: so wie es damals weiterging, geht es auch heute weiter - natürlich nur, wenn wir uns alle gemeinsam für das DAI einsetzen. Wenn ich mich hier umsehe, ist mir um die Zukunft des DAI nicht bange. Viele von Ihnen, meine Damen und Herren, unterstützen seit Jahren die Arbeit des DAI - besonders die Stadt Nürnberg. Vielen Dank Ihnen allen, vielen Dank Herr Oberbürgermeister.
Übrigens, mein besonderer Dank geht auch an Frau Börnke für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft. Sie setzte sich 25 Jahre lang für die Arbeit des DAI ein. Leicht war das eigentlich nie.
Aber wenn’s leicht wär, dann könnt’s ja jeder, sagte sich Frau Börnke. „Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bauch“ hat sie alle Krisen gemeistert. Wir bedauern es sehr, dass sie uns verlässt und danken ihr von ganzem Herzen.
Das DAI bewegt sich räumlich und geistig.
„Movement means progress.“
Die Energien fließen.
Feng Shui fränkisch!
Liebes DAI, alles Gute im neuen Zuhause!
Ich danke Ihnen.


